

Rotfuchs
(Vulpes Vulpes)
Entstehung, biologische Daten, Eigenschaften
Wie schon unter "Allgemeines" beschrieben, entwickelte sich die Gattung der Füchse vor ca. 1 Millionen Jahren aus hundeartigen (Canidae) und somit fleischfressenden (Carnivoren) Raubtieren.
Trotz ihrer Verwandtschaft zu Hunden ist eine Kreuzung von beiden Arten nicht möglich, da Hunde etwa doppelt so viele Chromosomenpaare haben als Füchse. Theoretisch können Füchse ein Lebensalter von ca. 15 Jahren erreichen, was aber wohl nur bei gut gepflegten und nicht bejagten Füchsen der Fall sein dürfte. Eine sichtbare Altersbestimmung kann bei Füchsen nur schwer erfolgen, eine grobe Altersbestimmung kann jedoch durch die Abnutzung des Gebisses erfolgen.
Im Gegensatz zum Hund, kann der Fuchs seine Krallen ein wenig einziehen.
In der Vergangenheit wurde angenommen, das eine weiße Schwanzspitze nur bei männlichen Füchsen vorkommt. Diese Annahme ist jedoch nicht richtig.
Ein Mal im Jahr wechselt der Fuchs sein Haarkleid, dieser Wechsel ist abhängig vom Breitengrad und dauert zwei bis drei Monate. Der Haarwechsel verläuft (kurze Haare zuerst, gefolgt von den langen Haaren) über den Kopf, die Beine, den Rücken und zuletzt am Schwanz.
Die besonderen Eigenschaften von Füchsen sind unter anderem ihr sehr gutes Gehör, welches noch Frequenzen bis 65 khz wahrnehmen kann (Menschen max. 16 khz). Auch ihr Geruchssinn ist um 400 mal sensibler als der des Menschen. Auf kurzen Strecken kann ein Rotfuchs Geschwindigkeiten bis zu 50 km/h erreichen. Die Sprungkraft von Füchsen wird mit bis zu 180cm angegeben. Im Vergleich zum Menschen haben Füchse, am Tage, ein etwas schwächeres Sehvermögen bei Farben und Schärfe. Füchse halten keinen Winterschlaf.
Schwangerschaft, Geburt, Kindheit, Jugend, Geschlechtsreife
Füchsinnen (Jägersprache: "Fähen") können bis zu zehn oder auch mehr Embryonen (Babys) in Ihrem Mutterleib tragen. Berichtet wurde schon von Füchsinnen die 13 Embryonen trugen.
Es ist in der Wildnis jedoch eher selten das alle Embryonen und, in Folge, alle Jungfüchse überleben. Je nach Gebiet und Lebensraum kann die Wurfgröße unterschiedlich sein. Die Sterblichkeitsrate bei den Welpen ist in den ersten Wochen hoch. Als grober Durchschnitt kann, für Deutschland, die Zahl der geborenen und das Jugendalter erreichenden Jungfüchse (Jägersprache: "Welpen") mit vier angegeben werden.
Mit bis zu 100 Gramm werden die Jungfüchse, nach etwa 3 Monaten Tragzeit durch die Füchsin, geboren und öffnen nach etwa zehn Tagen ihre Augen.
Nach drei Wochen entwickeln sich bei Jungfüchsen erste Zähne. Eine Woche später kann man man Jungfüchse, mit ihrem dunkelbraunem Fell, vor dem Bau sehen.
Nach sechs Wochen und bei einem Gewicht bis zu 1,2 Kg wird die typische rötliche Fellfarbe entwickelt.
Neun Wochen nach der Geburt werden die Jungfüchse entwöhnt und verlassen oft den Bau.
12 Wochen nach der Geburt werden die jungen Rotfüchse unabhängiger. Nach zwei weiteren Wochen kann es vorkommen das sich die ersten Jungfüchse von der Familie trennen.
Sechs Monate nach der Geburt sind Füchse ausgewachsen, jedoch liegt Ihr gewicht dann noch unter dem eines erwachsenen Fuchses. Einen Monat später ist ihr Winterpelz vollständig entwickelt.
Im Alter von neun Monaten erreichen Füchse ihre Geschlechtsreife und sind 11 Monate nach der Geburt ausgewachsen.
Sozialverhalten, Kommunikation ("Fuchssprache")
Füchse sind eigentlich Einzelgänger, allerdings können auch größere Lebensgemeinschaften (Rudel) mit anderen Füchsen im selben Bau vorkommen.
Die gemeinschaftliche Nutzung eines Baues von z.B. Fuchs, Kaninchen und Dachs wird mit dem Wort "Burgfrieden" beschrieben.
Die Kommunikation von Füchsen konzentriert sich hauptsächlich auf hinterlassene Duftnoten.
Füchse haben dafür viele Duftdrüsen am Körper und hinterlassen durch ihre Ausscheidungen zusätzliche Informationen für andere Füchse.
Die Zehendrüsen
sitzen zwischen den Zehen und sind an allen Pfoten vorhanden.
Die Schwanzdrüse ("Veilchendrüse")
ist an der Oberseite des Schwanzes ca. 3 Finger breit von der Schwanzwurzel zu finden. Die Schwanzdrüse kann von dunkleren Haaren umgeben sein ist jedoch selbst eine kahle kleine Stelle. Der Geruch dieser Drüse wird mit dem Geruch von "Ambrosia" beschrieben. Die Schwanzdrüse spielt bei der Paarungszeit eine große Rolle.
Afterdrüse
Angeblich soll diese Drüse bei männlichen Füchsen etwas größer sein. Allgemein wird der Kot von Füchsen mit Sekret dieser Drüse benetzt und ist für den Menschen als "stechender" Geruch wahrnehmbar.
Duftmarken werden von Füchsen gerne an erhöhten Stellen, wie z.B. Baumstümpfe, Steine, Pfosten oder ähnlich, gesetzt. Mit den Duftnoten werden unter anderem auch Informationen über den Gemütszustand und Geschlecht des Fuchses offenbart
Neben den Duftdrüsen werden aber auch Laute als Kommunikationsmittel von Füchsen untereinander genutzt.
Reviersuche, Reviergröße, Reviergebiet, Revierverteidigung
Männliche Rotfüchse (Jägersprache: "Rüden") suchen im Herbst ihres ersten Lebensjahres ihr eigenes Revier (Wohnraum). Weibliche Rotfüchse bleiben manchmal noch länger bei Ihren Eltern und helfen bei Aufzucht und Pflege der nächsten Generation von Füchsen mit.
Für Rotfüchse ist die Reviergröße abhängig vom Ort und den dortigen Nahrungsgrundlagen. Im Bergland kann das Revier eine Größe von ca. 40 Km² erreichen. Ein Stadtfuchs begnügt sich schon mit ca. 1 Km2 oder weniger. Teilweise können Stadtfüchse sich sogar ein Revier teilen, sofern es dabei nicht zu Nahrungskonkurrenz kommt.
Der Rotfuchs ist sehr anpassungsfähig und kann daher sein Revier in fast allen Gebieten und Regionen finden. Zu finden ist der Rotfuchs sowohl in der Menschenstadt bis hin zu 1800 Meter hoch gelegen Gebirgsregionen.
Sollte ein Fuchs sich ein schon besetztes Revier ausgesucht haben, kann es zu einem Streit kommen. Eine kleine Rangelei um das Revier wird für gewöhnlich ohne Verletzungen ausgetragen. Die Revierverteidigung besteht eher aus einem Ritual, bei dem sich die Füchse gegenseitig durch Größe, Kraft und Körpermasse versuchen einzuschüchtern. Der Unterlegene Fuchs wird für gewöhnlich und ohne weitere Verletzungen das Weite und ein anderes Revier suchen. Ohne ein passendes Revier ist ein Fuchs schneller anfällig für Krankheiten durch schlechtere Ernährung. Durch Unkenntnis eines Gebietes ist, der Fuchs zudem durch Jäger oder Autoverkehr bedroht.
Fuchsbau
Nachdem das passende Revier gefunden wurde sucht sich der Fuchs einen Bau. Nur selten gräbt sich ein Fuchs seinen Bau selber und lebt daher oftmals in Gemeinschaftbauen zusammen mit Dachsen. Die Baugemeinschaft mit Dachsen stellt kein Problem dar, da Dachse und Füchse sich nicht als Konkurrenten ansehen. Berichten zufolge kann es jedoch auch zur gemeinsamen Baubenutzung von Fuchs und Kanninchen kommen, man spricht in solchen Fällen vom sogenannten "Burgfrieden".
Der Fuchs beansprucht in beiden Fällen jedoch nicht den ganzen Bau für sich. Er richtet sich lediglich einen Kessel (Höhle im Bau) für sich ein.
Einen Fuchsbau findet man häufig an leicht ansteigenden Hügeln wobei ein Bewuchs
von z. B. Brennesseln, Disteln und Hollunder auf oder an dem Bau ein weiteres Indiz
für einen Fuchsbau sein kann, da diese Pflanzen durch den Fuchskot einen guten Dünger
finden und deshalb dort gut wachsen.
Das Bild zeigt den Eingang eines verlassenen Fuchsbaues in 23845 Seht und wurde am 9.8.2006 aufgenommen.
Der Rotfuchs ist kein Höhlentier und nutzt daher seinen Bau nur nach Bedarf oder zur Kontrolle.
Füchse nutzen zudem nicht nur einen Bau als Unterkunft, sondern können mehrere Baue für sich nutzen.
Es gibt unterschiedlich genutzte Baue:
Hauptbau
Der Hauptbau, auch "Mutterbau" genannt, kann über mehrere Jahrzehnte für verschiedene Generationen von Rotfüchsen genutzt werden und wird nach Bedarf umfangreich ausgebaut. Es können dabei auch mehrere Baue nebeneinander entstehen.
Wurfbau
Der "Wurfbau" ist ein kleiner Bau mit einem Gang und einer Höhle (Jägersprache: "Kessel"). Dieser Bau wird als Notbau und als Ort der Geburt genutzt.
Wie oben beschrieben nutzen Füchse schon vorhandene Baue von z.B. Dachsen, da Ihre Pfoten nicht so gut zum Graben geeignet sind. Allerdings können Füchse auch ihre eigenen Baue graben.
Um den Fuchsbau unauffällig zu halten wird die nahe Umgebung des Fuchsbaues von Füchsen nicht bejagt und von Beuteresten frei gehalten.
Nahrung, Jagdverhalten
Man kann Füchse als Allesfresser bezeichnen. Ihre Nahrung setzt sich u.a. aus Früchten, Insekten, kleine Nagetiere bis hin zum jungen Rehkitz zusammen.
Das Nahrungsangebot erweitert der Rotfuchs auch durch tote Tiere (Aas). Berichtet wird auch das Füchse andere tote Füchse als Nahrung annehmen.
In Zeiten mit schlechten Nahrungsangebot in seinem Revier kann es durchaus vorkommen das der Fuchs sich auch an den Nutztieren des Menschen vergreift, sofern diese für ihn leicht erreichbar sind. Ausgewachsene Schafe haben von dem kleineren Fuchs nichts zu befürchten, lediglich kranke und verlassene Lämmer können dem Fuchs als Beute dienen.
Für gewöhnlich meidet der Fuchs die Nähe zum Menschen. In den letzten Jahren haben sich der Fuchs, und andere Wildtiere, aber auch in den Städten angesiedelt. In der Stadt findet und nutzt der Fuchs viele Nahrungsreste des Menschen.
Das Jagdverhalten des Fuchses richtet sich nach dem Nahrungsangebot in seinem Revier.
Für gewöhnlich sucht sich der Fuchs "leichte" Beute, die er ohne größere Probleme erlegen und erreichen kann und nutzt dabei sehr intelligente Jagdtaktiken:
"Totstellen"
Auf diese Weise versucht der Fuchs andere Aasfresser anzulocken um sie dann zu erlegen.
"Werkzeuge" nutzen
Igel haben einen sehr wirkungsvollen Schutz vor Fressfeinden indem sie sich zusammenrollen und nur noch ihren Stachelpanzer nach Außen zeigen.
Es wird von Füchsen berichtet die Igel ins Wasser rollen um sie zu erlegen.
"Charming"
Verhaltensforscher Dröscher berichtet von Füchsen die ein Desinteresse an Ihrer Beute vortäuschen und zugreifen, wenn Ihre Beute unaufmerksam wird bzw. sich in falscher Sicherheit glaubt.
Jägerfallen nutzen
Es wird von Füchsen berichtet die sich sogar die Fallen von Jägern zu Nutze machen und die darin gefangenen Tiere als Nahrung nutzen.
Nicht zu vergessen sei auch der sogenannte "Maussprung".
Durch sein gutes Gehör kann der Fuchs Mäuse sehr genau orten. Wenn er eine Maus geortet hat schleicht er sich langsam heran um dann mit einem Sprung auf der Maus zu landen und sie damit zu erlegen.
Krankheiten, Todesursachen
Informationen zu den Krankheiten des Fuchses können unter dem Menüpunkt: "Krankheiten" eingesehen werden.
80% der Todesursachen von Füchsen sind durch die Menschen und Ihrer Jagd auf den
Fuchs bedingt.
Danach folgen Krankheiten und Unfälle durch den menschlichen Autoverkehr.
Das Bild wurde am 16.11.2006 in der Nähe von "Schnelsen (bei Hamburg)" aufgenommen und zeigt einen toten Fuchs nach einem Verkehrsunfall.
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Quellen:
Der Fuchs | Burrows/Matzen | BLV Jagdbiologie | 1972 | ISBN 3-
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