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Krankheiten

des Fuchses

 

 

Die wohl bekannteste Krankheit die mit dem Fuchs in Zusammenhang gebracht wird ist sicherlich die Tollwut und an zweiter Stelle der Fuchsbandwurm. Beide Krankheiten können jedoch auch von Haustieren auf den Menschen übertragen werden, was in den letzten Jahrhunderten wohl auch eher der Fall war. Grundsätzlich sollte man sich und seine Haustiere mit entsprechenden Impfungen vor bestimmten Krankheiten schützen, ganz besonders wenn man in Gebieten lebt in denen besagte Krankheiten noch vorkommen. Nach einem Kontakt mit Wildtieren jeglicher Art ist es immer empfehlenswert sich die Hände zu waschen. Die folgenden Informationen zu den benannten Krankheiten bzw. Krankheitsbildern sind wahrscheinlich nicht komplett und ersetzen daher nicht die kompetente Fachberatung durch einen Arzt!

 

 

TOLLWUT

Allgemein werden fleischfressende Säugetiere (u.a. Hund, Katze, Fuchs, Dachs, Fledermäuse) aber auch Vögel und Pflanzenfresser (u.a. Rehe, Rinder, Ziegen, Pferde) als mögliche Krankheitsträger bzw. Überträger genannt.

 

In der Vergangenheit wurden Füchse in Ihrem Bau vergast um die Ausbreitung der Tollwut zu stoppen. In den letzten Jahren wurden Füchse durch Impfköder (früher Hühnerköpfe) gegen die Tollwut geimpft. Nach einem Bericht im "Spiegel" (24/2008, Seite 147) gilt Deutschland seit dem Jahr 2008 als Tollwutfrei.

 

England, Australien, Japan und Neuseeland werden (Stand 2007) auch als Tollwutfrei benannt. Abgesehen von den benannten Ländern kommt die Tollwut weltweit vor.

 

Die Tollwut ist ein Virus der bei infizierten Tieren hauptsächlich im Speichel zu finden ist. Statistiken aus den letzten Jahren (vor 2004) ergaben das 75% der erfassten Tollwuterkrankungen bei Haus- und Wildtieren hauptsächlich den Fuchs betrafen.

 

Von Ansteckung bis zum Ausbruch der Tollwut vergehen beim Fuchs ca. fünf bis sieben Tage. Der Verlauf der Krankheit kann in drei Stufen aufgeteilt werden:

        

Im "Prodromalstadium"

ist der erkrankte Fuchs scheuer und unruhiger als sonst. Zusätzlich kann ein stärkerer Bewegungsdrang beobachtet werden.

        

Das "Exzitationsstadium" (Erregungsstadium)

äußert sich eher durch eine erhöhte Erregung oder Angriffslust die das natürliche Fluchtverhalten verdrängt. Jedoch kann diese Stufe der Tollwut auch übersprungen werden bzw. sich nicht äußern und man spricht dann von einer "stillen" Tollwut.

        

Im "Paralysestadium"

treten beim Fuchs vermehrt Lähmungen auf.

 

Wird ein Mensch von einem mit der Tollwut infiziertem Tier gebissen liegt das Erkrankungsrisiko, laut Robert-Koch-Institut, bei 5% (oberflächlicher Biss an der Hand) über 10% (oberflächlicher Biss im Gesicht) bis 60% (mehrere tiefe Bisse im Gesicht). Das Institut empfiehlt, die Bisswunde sofort gründlich mit Seife zu waschen und mit Alkohol zu desinfizieren. Der Besuch eines Arztes ist, nach einem Biss durch ein tollwutverdächtiges Tier, erforderlich.

 

Sollte die Tollwut beim Menschen als Krankheit ausbrechen gilt sie meistens als tödlich. Nach Ausbruch der Krankheit zeigt sich, nur beim Menschen, die sogenannte "Hydrophobie" (Angst vor Wasser). Neue Methoden zur Heilung der Tollwut, beim Menschen, sind bislang selten erfolgreich.

 

 

FUCHSBANDWURM

"Echinococcus Multilocularis" auch genannt "(kleiner) Fuchsbandwurm" ist ein Parasit der unter anderem Hunde, Katzen, kleine Nager und Füchse befallen kann. Für den Fuchs ist der Befall mit diesem Parasit, welcher sich im Darm einnistet, eine gesundheitliche Beeinträchtigung führt aber nicht zum Tode des befallenen Fuchses. Impfungen von wildlebenden Füchsen befinden sich momentan noch im Teststadium.

 

Als Infektionsweg für den Menschen wurden bisher bodennahe Früchte genannt. Infizierter Kot oder durch Wind aufgewirbelte Bandwurmeier werden als Möglichkeit genannt wie bodennahe Früchte mit den Bandwurmeiern in Kontakt kommen können. Risikostudien konnten bislang jedoch nicht nachweisen das der Verzehr von bodennahen Früchten zu einem erhöhtem Infektionsrisiko führt. Klaus Brehm, Fuchsbandwurm-Experte der Universität Würzburg, bezeichnet das Infektionsrisiko durch bodennahe Früchte als "Legende". Das Robert-Koch-Institut gibt jedoch die Empfehlung aus, bodennahe Früchte vor dem Verzehr gründlich zu waschen und möglichst zu kochen. Zusätzlich empfiehlt das Institut, nach Arbeiten mit Bodenkontakt, die Hände gründlich zu waschen.

 

Auch Haustiere (Hund und Katze) werden als Überträger genannt. In Risikogebieten wo der Fuchsbandwurm vorkommt, sollten Haustiere sicherheitshalber alle vier bis sechs Wochen entwurmt werden. Der Tierärzteverband rät dazu, wenn Kontakt mit Mäusefängern (zu denen auch der Fuchs gehört) bestanden hat, die beroffenen Stellen (z.B. Finger) nicht direkt zum Mund zu führen. Diese Empfehlung (Reinigung der Hände vor Mundkontakt) gilt jedoch auch allgemein für Menschen die in der Landwirtschaft oder Waldarbeit tätig sind.

 

Eine Infektion mit dem Fuchsbandwurm äußert sich beim Menschen am ehesten noch durch eine meldepflichtige "Echinokokkose". Der Bandwurm befällt vornehmlich die Leber und bildet dort Zysten. Durch Röntgen, Ultra-Schall, Computertomographie oder den Nachweiß von Antikörpern kann eine Infektion beim Menschen entdeckt werden. Vorzugsweise werden, wenn möglich, die befallenen Bereiche chirurgisch entfernt. Die Chancen für eine erfolgreiche Behandlung mit Medikamenten aus z.B. der Gruppe der Benzimidazole ist gering und endet in 90% der Fälle nach 10 bis 15 Jahren tödlich.

 

In der Zeit zwischen 1982 und 2000 erkrankten in Europa 559 Personen. Das allgemeine Infektionsrisiko ist also eher gering (im Vergleich mit anderen Krankheiten). Unklar ist auch warum einige Menschen sich bei Kontakt mit dem Bandwurm infizieren und andere nicht. Experten des Echinokokkose-Registers in Ulm berichten, das beim Verschlucken von Fuchsbandwurmeiern nur jeder fünfte Betroffene auch Beschwerden bekommt.

 

RÄUDE

Neben der Tollwut und dem Bandwurm ist die Räude einer der häufigsten Erkrankungen des Fuchses. Junge Füchse scheinen etwas stärker für die Räude empfänglich zu sein als ausgewachsene Füchse.

 

Die Räude ist keine Krankheit im eigentlichen Sinne sondern ein Befall mit Grabmilben (Sarcoptes Canis), also Parasiten. Die Grabmilbe haust in Bohrgängen unter der Oberhaut und ernährt sich dort von Gewebeflüssigkeit und aufgelöster Hornsubstanz. Eine "Ansteckung" bzw. Übertragung erfolgt durch Körperkontakt und den damit verbundenen Übergang von Grabmilbenlarven. In hohen Fuchsbeständen kann sich der Befall von Grabmilben seuchenähnlich ausbreiten.

 

Im Verlauf der Krankheit zeigt sich flächiger Haarausfall, Abmagerung und Hautveränderungen (z.B. Schorf). Der Befall endet, unbehandelt, nach ca. 3 Monaten im Tode des befallenen Fuchses.

 

STAUPE

Die Staupe wird durch einen Virus ausgelöst. Eine Ansteckung kann erfolgen durch Kontakt mit anderen erkrankten Füchsen, verseuchter Nahrung oder auch durch Gegenstände die schon von einem erkränkten Tier beleckt wurden.

 

Von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit vergehen ca. drei bis sieben Tage.

 

Die Erkrankung kann hauptsächlich die Atemwege befallen aber manchmal kann sich die Staupe auch durch nervöses Verhalten äußern und dann mit der Tollwut verwechselt werden.

 

Eine Impfung gegen die Staupe ist möglich. Wenn die Staupe als Krankheit ausbricht ist eine Heilung nur selten möglich.

 

Zu beachten ist auch, das offene Futternäpfe von Haustieren auch vom Fuchs angenommen werden. Eine Übertragung der Staupe kann also auch auf Haustiere erfolgen!

 

 

Gehirn-/Rückenmarksentzündung (ansteckende)

Die "Enzootische Encephalomyelitis" oder "Rubarthsche Krankheit" trat früher (vor 1973) bei Rot, Blau- und Polarfuchs auf. Die Erkrankung kann mit einer Vergiftung oder der Staupe verwechselt werden.

 

 

Leptospirose

Diese Infektion wird durch Bakterien der Gattung "Leptospira" ausgelöst. Anzeichen einer Infektion sind u.a. Fieber, verringerte Fresslust, Museklzittern, erschwerte Atmung und Gelbsucht.

 

 

Toxoplasmose

Diese Erkrankung wird durch einen Einzeller "Toxoplasma gondii" hervorgerufen. Eine Ansteckung erfolgt durch Beutetiere des Fuchses die er frisst. Eine Erkrankung kann sich u.a. durch erschwerte Atmung, Nasenschleimhautentzündung und Gleichgewichtsstörungen zeigen.

 

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Quellen:

Der Fuchs | Burrows/Matzen | BLV Jagdbiologie | 1972 | ISBN 3-405-11072-6

The Epoch Times Deutschland | 20.08.-26.08.2008 | Nr. 34 | Seite 14